FAQ

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Wie kommt der Defender nach Tacoma?

Mit der Verschiffung haben wir die Firma Seabridge beauftragt, welche als Vermittler zwischen uns, der Reederei, einem Agenten in den USA und der Versicherung fungierte.

Innerhalb von 5 Wochen ging es mit der links im Bild befindlichen „Tortugas“ von Bremerhaven über Zeebrügge, Southampton, dem Panamakanal und Kalifornien bis nach Tacoma im Bundesstaat Washington. Dabei konnten wir über vesselfinder.com immer den aktuellen Standort einsehen und haben ganz gespannt der Ankunft in den USA entgegengefiebert.

Der Preis für die Verschiffung hängt im Wesentlichen von dem Volumen der Fracht und der zu fahrenden Strecke ab. Zwar bringt unser Defender nicht viele Kubikmeter aufs Papier, jedoch ist die Durchquerung des Panamakanals ziemlich kostspielig. Wir kommen daher inklusive aller Gebühren (Hafengebühren, Zoll, Honorar für den Agenten, Seefrachtversicherung, etc.) auf einen Preis von ca. 3500 Euro one way.

Was macht eigentlich dieser Agent? Nun der regelt in unserem Namen dank einer Vollmacht alles erdenklich mögliche für die temporäre Einfuhr des Defenders: Tauscht sich mit der US-Umweltbehörde und dem Zoll aus und nimmt uns im Hafen an die Hand, bis wir unseren geliebten Roady wieder bei uns haben.

PS: Ganz unbescholten haben wir ihn nicht zurück bekommen. Fachmännisch wurde während der Überfahrt die vordere LED-Beleuchtung demontiert und entwendet – und elektrische Einrichtungen sind von der Seefrachtversicherung ausgenommen…

 

Was ist ein B2 Visum?

Normalerweise benötigt man für die Einreise in die USA kein Visum, sondern muss lediglich online das ESTA-Formular ausfüllen und erhält so bis zu 90 Tage Aufenthalt in den USA.

Da uns diese 90 Tage für unsere geplante Route aber als zu kurz erschienen, schauten wir uns nach einer längerfristigen Möglichkeit um und sind dabei auf das B2-Visum gestoßen. Dieses gestattet für touristische Zwecke den Aufenthalt von bis zu 180 Tagen und ist gültig für 10 Jahre. Theoretisch kann man nach der Ausreise erneut für bis zu 180 Tage wieder einreisen – theoretisch! Denn letztendlich obliegt es immer dem Beamten der CBP, wieviel Tage er in den Reisepass einträgt. Wir haben die vollen 180 Tage bekommen, also mehr als ausreichend für unsere Route durch den Westen der USA.

Um das Visum zu erhalten muss man sich zunächst durch unzählige Seiten skurriler Fragen quälen, eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 160$/pP überweisen und anschließend online einen Termin für ein Interview in einer US-Botschaft vereinbaren. Dort kommt es den Mitarbeitern im Wesentlichen darauf an, dass man über ausreichend finanzielle Mittel für den Aufenthalt verfügt und das man auf jeden Fall eine Rückkehrabsicht in sein Heimatland hat. Haben wir die? 😉

 

Warum habt ihr eigentlich so viel Elternzeit?

Nun, im Grunde haben wir nicht mehr Elternzeit als andere – wir haben uns nur gründlich über unsere Möglichkeiten informiert.

Um es halbwegs übersichtlich zu gestalten, sind hier die wichtigsten Fakten:

-Elternzeit ist das Recht auf eine Auszeit vom Job nach der Geburt

-Elternzeit ist nicht gleich Elterngeld (hierzu siehe nächste Frage)

-während der Elternzeit besteht ein Kündigungsschutz und ein Anspruch auf Rückkehr in eine gleichwertige Position mit der gleichen Arbeitszeit

-beide Elternteile können gleichzeitig bis zu 3 Jahre Elternzeit nehmen

-diese 3 Jahre können in bis zu 3 Teile aufgesplittet werden (bis zu 24 Monate können zwischen den 3. Und 8. Geburtstag des Kindes gelegt werden)

-die Anmeldefrist beträgt bis zum 3. Geburtstag 7 Wochen, danach 13 Wochen

Nutzt die Zeit, die Euch gegeben wird! Es wird sonst kaum wieder möglich sein, die Zeit so intensiv mit euerm Kind zu verbringen und jeden Entwicklungsschritt live miterleben zu können.

 

Und wie ist das jetzt mit dem Elterngeld?

Die gesamte Elternzeit wird natürlich nicht vollständig bezahlt, aber immerhin kann man die ersten Monate ab Geburt finanziert bekommen. In der Regel bekommt man jedoch zwischen 65 und 100% seines vorherigen Gehaltes (mindestens 300€, maximal 1800€).

Beim Elterngeld gibt es inzwischen drei verschiedene Modelle. Wir haben uns dabei für die einfache Variante entschieden, das Basis-Elterngeld:

Das Basis-Elterngeld erhält ein Elternteil bis zu 12 Monate, wenn dieser zu Hause bleibt. Bleiben beide Elternteile zu Hause werden bis zu zwei Monate zusätzlich gezahlt. Die dann insgesamt 14 Monate können sich Vater und Mutter nach Belieben aufteilen. Jedoch ist es Voraussetzung, dass der andere Elternteil mindestens 2 Monate Elternzeit nimmt.

Rike hat nach dem Mutterschutz mit ihrer Elternzeit begonnen und wird somit auf 24 Monate kommen. Tims Elternzeit hat kurz vor Beginn der Reise angefangen und wird insgesamt 22 Monate betragen. 

Auf das Elterngeld-Plus und den Partnerschaftsbonus gehen wir, um es nicht unnötig kompliziert zu machen, nicht ein.

 

Habt ihr im Lotto gewonnen?

Natürlich nicht und wir geben euch Recht, so eine Reise finanziert sich mal nicht eben von jetzt auf gleich. Mit verschiedenen Strategien kann man sich trotzdem in relativ kurzer Zeit ein brauchbares Reisebudget zulegen.

Da wir in unseren Jobs ganz gut verdient haben, war es uns möglich, monatlich eine ordentliche Summe beiseite zu schaffen. Dabei bietet es sich an einen Dauerauftrag einzurichten, so dass man am Ende des Monats erst gar nicht daran denkt, dieses Geld auszugeben.

Immer wenn wir Münzen im Portemonnaie hatten, haben wir dieses am Ende eines jeden Tages in unsere „Schatztruhe“ gelegt. Auch hier wieder, aus dem Augen aus dem Sinn. Und über die Jahre kommt auch so eine beträchtliche Summe zusammen.

Wichtige Anschaffungen für die Reise haben wir meistens mit Geburtstagen und Weihnachten kombiniert und so die eigene Kasse geschont.

Erstaunlich was man in Wohnung und Keller nicht alles zu Geld machen kann. Eine Haushaltsauflösung und Ebay-Kleinanzeigen spülten so nicht nur Reisegeld in die Kassen, der Umzug ging auch deutlich schneller von statten.

Durch einen Nebenjob kamen wir auch in der kalten Jahreszeit ins Schwitzen. Beim Heizungablesen, Rauchmelderprüfen und diversen Montagearbeiten haben wir in 3 Jahren nicht nur den Hauptteil unseres Reisebudgets zusammenbekommen, der Defender wurde zudem reisefertig gemacht und so eine Erstausstattung fürs Kind kostet ja auch ein wenig.

Natürlich gibt es auch im täglichen Leben hier und da Einsparmöglichkeiten. Auf alles wollten aber auch wir nicht verzichten. Essen gehen und Kino muss mal sein, aber muss man dafür den vollen Preis bezahlen?!

Durch diese Sparmaßnahmen und das angesprochene Elterngeld ist es uns gut möglich, die 20-monatige Reise mit einem ausreichenden Puffer zu bestreiten.

 

Wie seid ihr unterwegs abgesichert?